Appell an den Verwaltungsrats der Électricité de France SA (EDF)

Sehr geehrte Damen und Herren des Verwaltungsrats der Électricité de France SA (EDF),

 

Sie als Eigentümer der Nuklearzentrale am Standort der Gemeinde Fessenheim sollten nun den regulären Antrag zur Stilllegung gestellt haben, um in einem halben Jahr (Ende 2018) das AKW vom Netz nehmen zu können.

Stattdessen verknüpfen Sie die Stilllegung des AKW Fessenheim mit der Inbetriebnahme des AKW in Flamanville.

Diese Verbindung ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Wir Bürgerinnen und Bürger der Nachbargemeinde Sulzburg fordern Sie auf, unabhängig von Flamanville den Antrag auf Stilllegung jetzt zu stellen und wie zugesagt das AKW Fessenheim Ende 2018 abzuschalten.

Begründung:

Die EDF hat entsprechende Mittel der französischen Regierung für ihre Absicht auf Stilllegung der Nuklearzentrale in Fessenheim erhalten.

Für diese Absichtserklärung im Verwaltungsrat am 24.1.2017 erhielten Sie 480 Millionen Euro.

Für Ihre Absicht, das AKW-Fessenheim stillzulegen, wurde zusätzlich die Baugenehmigungszeit für den EPR in Flamanville, für weitere 3 Jahre per Dekret erteilt, da dessen Baugenehmigungszeit(Endfrist) bereits zum wiederholten Mal passé war.

Außerdem wurde Ihnen in diesem Zusammenhang, ebenfalls per Dekret, die Genehmigung Paluel2 wieder ans Netz gehen zu lassen, zugestanden, obwohl Paluel2 über zwei Jahre stillstand und laut Gesetz die endgültige Betriebsgenehmigung erloschen sein sollte.

Nun fordern Sie noch milliardenschwere Entschädigung für Strommengen, die Sie angeblich noch hätten produzieren können, wäre die Stilllegung der Nuklearzentrale von Fessenheim nicht bereits vorgesehen. Um diese Entschädigung noch zu steigern, haben Sie die Genehmigung für den Reaktor 2 gegen alle Vernunft durchgesetzt und versetzten somit besonnene Atomingenieure und besorgte Bürgerinnen und Bürger weiter in Unruhe.

Die Nuklearzentrale in Fessenheim wurde 1977 in Betrieb genommen und eine begrenzte Laufzeit war vorgesehen.

Diese begrenzte Laufzeit ist begründet. Bereits zu Betriebsbeginn wurden sogenannte Stahl-Referenzteile im Reaktor, zur periodischen RTNDT* Kontrolle, integriert, weil die Ingenieure wussten, dass der Reaktorstahl mit den Jahren durch die Neutronenstrahlen versprödet, also altert.

Sie kennen die Sachlage.

Wir fordern Sie auf, die Gefahr, die von Ihrem AKW in Fessenheim ausgeht, ernst zu nehmen und alles zu tun für die schnellstmögliche Stilllegung!

Stellen Sie unabhängig von Flamanville den Antrag auf Stilllegung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dirk Blens
Bürgermeister