Stadtgeschichte

Die einzigartige Geschichte von Sulzburg

Zeittafel zur Geschichte der Stadt Sulzburg

821  Erwähnung des Ortes Sulzburg im Kodex des Klosters Lorsch (Hessen) als Sulzibergeheim. Der Anlaß zur ersten Niederlassung kann wohl in den Erzvorkommen gesehen werden.
993 Grablege für  Birchtilo, Graf im Breisgau, zu Ehren des Heiligen Cyriacus.
1008 Kaiser Heinrich II., der letzte Ottonen-Kaiser, verleiht dem Ort das Marktrecht.
1028 Kaiser Konrad II. verleiht alle Silbergruben im Breisgau, darunter auch solchen bei Sulzburg, dem Bischof von Basel. Das ist das früheste feste Datum für den Silberbergbau im südlichen Schwarzwald. Aus der Grablege wird eine Klosterkirche
Um 1100 wird die Entstehung der „Bergwerksburg“ auf dem Kastelberg angenommen. Reste und Gräben  sind noch heute erkennbar. Auf dem Schlößleberg  finden sich Reste einer sehr ähnlichen Burg.
1157  Die Herren von Uesenberg werden als Schirmvögte des Klosters Sulzburg genannt.
Sie versehen den Ort mit Mauern und Türmen. Die Uesenberger lassen an der Stelle der Westapsis der Klosterkirche einen Turm erichten.
Um 1280 Die Urkunden erwähnen zum ersten Mal die cives de Sulzberch, die Stadtbürger von Sulzburg. Obgleich keine Urkunde mehr über die Verleihung der Stadtrechte vorhanden ist, darf zu diesem Zeitpunkt die Erhebung in den Stadtrang angenommen werden.
1283 Erste Erwähnung des Sulzburger Stadtsiegels. Das Wappen von Sulzburg ist das älteste  Städtewappen mit bergbaulichen Darstellungen im gesamten dt. Sprachraum.
1731 Hesso IV. von Uesenberg  übergibt seine Rechte an Sulzburg dem Grafen Egon IV. von Freiburg. Von diesem kommt die Stadt an die Herren von Staufen.
1392/93 Markgraf Hesso I. von Hochberg erwirbt einen Teil des Uesenbergischen Besitzes, darunter auch Sulzburg. Eine Urkunde von 1401 nennt Hesso als Herrn von Sulzburg.
1418 Otto II., Hessos Sohn, verkauft seine Lande mit Sulzburg an Berhard I. von Baden um 80.000 fl.
1430 Verpfändung der Stadt an den Landgrafen Wilhelm von Sausenberg-Rötteln.
Seit 1453 Sulzburg gehört ununterbrochen zur badischen Herrschaft. Sulzburg ist somit nicht allein eine der ältesten Städte im Markgrafenland, sondern auch hier die älteste badische Besitzung.
Um 1500 Die ersten Juden  erhalten sog. „Schutzbriefe“ und damit Niederlassungsrechte in Sulzburg.
1500  Anlage des jüdischen Friedhofes
1515 Markgraf Ernst erwählt Sulzburg nach der Teilung der badischen Herrschaft durch Markgraf Christoph zu seiner Residenz. Beginn des Baues des ersten markgräflichen Schlosses.
1520/21 Aufhebung des Klosters durch Markgraf Ernst.
1533 Markgraf Ernst erbt die untere Markgrafschaft und verlegt seine Residenz nach Pforzheim. Sulzburg mit seinem Stadtschloß bleibt markgräflicher Witwensitz.
1540 Sulzburg ist eine „berühmte und florisante“ Bergbaustadt. Blütezeit und großer Wohlstand.
„500 Bergleute sind in den Silbergruben beschäftigt..“.
1548 Das Kloster wird auf Betrieben des Bischofs von Basel wieder eröffnet.
1556 Einführung der Reformation. Das Kloster wird endgültig aufgehoben.
1599 Markgraf Georg Friedrich verlegt erneut die höchsten Regierungsstellen nach Sulzburg. Vollständiger  Neubau des Schlosses, Anlage schöner Gärten und Errichtung einer Lateinschule.
Die Schlosskirche wird gebaut.
1605  Markgraf Georg Friedrich vereinigt die ganze Markgrafschaft Baden-Durlach in seiner Hand.
Der Sitz der Regierung wird in die Durlacher Karlsburg verlegt. In Sulzburg bleibt jedoch ein erheblicher Hofstaat.
1607 Die Bergwerkstätigkeit macht eine Bergordnung notwendig. Ein Bergamt wird in Sulzburg eingerichtet.
1605/1614 und 1624   Landtage für die ganze obere Markgrafschaft werden in Sulzburg abgehalten.
1618-1648 Dreißigjähriger Krieg: Der Bergbau kommt völlig zum Erliegen. Die Gruben geraten in Vergessenheit. Die ganze Markgrafschaft wird verheert und verwüstet. Die Sulzburger fliehen in die Wälder und nach Basel. Nur ein Zehntel bis ein Viertel der Bevölkerung  überlebt.
1630-(1674) Johannes Fecht, neunter Stadtpfarrer in Sulzburg. Beschreibt im Kirchenbuch die Hungerjahre, die Leiden und Nöte der Sulzburger Einwohner.
1672-(1694)  „Die Franzosenkriege“. Sulzburg erleidet wieder schwere Verluste durch Plünderung, Brandschatzung und Kontributionen. Die Einwohnerschaft ist völlig verarmt.
1677/1678  Der Hauptteil des markgräflichen Schlosses wird beim Abzug der Franzosen schwer beschädigt und verfällt.
1714  Katharina Barbara (1650-1733), die Tochter des Markgrafen Friedrich VI., stiftet eine Apotheke (Staffelhaus). Die Armen erhalten unentgeltlich Heilmittel.
1715 Die Stadt verkauft das „hintere Bad“, das Sulzbad, um 300 fl. an Heinrich Keller.
1716 Markgraf Karl Wilhelm (1709-38) ordnet die Wiederaufnahme des Bergbaus an. In Sulzburg beginnt man in den verlassenen Grubenbauten zu schürfen.
1722 Erste Schließung der Gruben wegen Unrentabilität.
1727  David Kahn wird Rabbiner in Sulzburg.
1733 Erneute, doch wiederum nur vorübergehende Schließung der Gruben.
1769 Das Klostergebäude mit der Schule brennt nieder. Das wertvolle, hier gelagerte Stadtarchiv wird ebenfalls ein Raub der Flammen.
1771 Daniel Schöpflin stirbt ,geb. 1694 in Sulzburg. Schöpflin, Sohn des 13. Schultheißen im Amt Sulzburg, ein berühmter Geschichtsschreiber und Professor an der Universität Straßburg, wurde von Goethe hoch geschätzt.
1789 Nochmaliger Aufschwung der Bergwekstätigkeit. Erneute Einsetzung eines Bergamtes.
1808 Gustav Weil wird am 25.4. als Sohn des Vorstehers des israelitischen Gemeinde Sulzburg, Gottschalk Weil, geboren. Gustav Weil wird  mitte des 19.Jahrhunderts  als erster Jude im Großherzogtum Baden zum Professor für orientalische Sprachen an die Universität von Heidelberg berufen.
1822 Bau der Synagoge, in der damaligen  „Judengasse“, heute Gustav-Weil-Straße
1830-1835  Niedergang und Ende des Sulzburger Bergbaus.
1835  Die neue Stadtkirche am Platz der baufällig gewordenen Schoßkirche , entworfen von Heinrich Hübsch, wird der evangelischen Kirchengemeinde übergeben. Die Klosterkirche findet nur noch als Friedhofskirche Verwendung.
1843 Ernst Leitz junior wird in Sulzburg geboren, Begründer der Optischen Werke Leitz in Wetzlar
1864 Sulzburg hat mit 416 jüdischen Bewohnern die größte israelitische Einwohnerzahl seiner Geschichte.
(Das sind 32,1% der Gesamtbevölkerung in der Stadt.)
1894 Eine neue Eisenbahnstrecke entsteht:Eisenbahnneubau Bad-Krozingen, Staufen, Sulzburg mit Bahnhof Sulzburg
1912 Einweihung des neuen Krankenhauses am 1. Oktober.
1940 22.10.1940: Die noch in Sulzburg lebenden Juden 27 Menschen werden nach Gurs in Südfrankreich deportiert.Ziel 1942: das Vernichtungslager Auschwitz.
1952 Beginn der Forschungs- und wenig später der Grabungsarbeiten sowie der Restaurierungsarbeiten an der alten Klosterkirche.
1959 Einweihung des SOS-Kinderdorfes „Schwarzwald“ mit 18 Häusern als zweites Kinderdorf Deutschland.
1963 Einweihung des Schulhauserweiterungsbaues. Die Schule bekommt den Namen „Ernst-Leitz-Schule“.
1964 Die in ihrer ottonischen dreischiffigen Baugestalt wieder hergestellte Klosterkirche St. Cyriak wird der Ev. Kirchengemeinde übergeben.
1971 Sulzburg wird Luftkurort. In enger Zusammenarbeit mit Bad Krozingen werden Kurterrainwege angelegt.
1973 Sulzburg schliesst sich mit Laufen und St. Ilgen zusammen.
1977 Fertigstellung der Schwarzwaldhalle.
Ende 1977 Beginn der Restaurierungsarbeiten an der ehemaligen Synagoge  durch das Landesdenkmalamt baden - Württemberg.
Juli 1979 Stadtkirche wird Bergbaumuseum für Baden-Württemberg: Beginn der Renovierungs- und Umbauarbeiten.
1982  Eröffnung des Landesbergbaumuseums Baden -Württemberg in der eh. Stadtkirche am Marktplatz
1995 Ministerpräsident Erwin Teufel besucht die ehemalige Synagoge und eröffnet eine Ausstellung zu Gustav Weil
1997 Schließung des Städtischen Krankenhauses Sulzburg
1997-99 Restaurierung des Rathauses
2000 Eröffnung des Altenpflegeheimes im Gebäude des ehemaligen Städtischen Krankenhauses
2002 Umbau und Sanierung der Schwarzwaldhalle
2004 Gründung der Städtepartnerschaft mit der italienischen Gemeinde La Morra/ Piemont
Das Auktionshaus Kaupp, zuvor in Staufen, zieht in das frühere Schlossgebäude am Marktplatz
2009 Ende umfangreicher Sanierungsarbeiten an der Kirche St.Cyriak, nationales Kulturdenkmal

 Mehr Informationen:

 Stadtgeschichte Band 1, 2 und 3  (pdf - 659,19 kB)

 Stadtgeschichte  (pdf - 3,19 MB)

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